BÄM – ab ins Zentrum mit Dir.

Aktualisiert: 14. Nov.

New Work und menschenzentriertes Arbeiten


Die Augen sind auf mich gerichtet: Was willst du? Was stellst du dir vor? Wie soll dein optimaler Arbeitsplatz aussehen? Wie möchtest du arbeiten? Was erwartest du von deinem Teamlead? Ratter, ratter, ratter …


Viele Fragen, alle berechtigt: Vor allem wenn sich ein Unternehmen mit New Work auseinandersetzt. Und das nicht nur sagt, sondern in die Tat umsetzt.

Im Zentrum Neuer Arbeit soll der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen stehen: Nicht die Ergebnisse, die er liefert; nicht die Leistung, die er bringt; nicht das Produkt, das er vermarktet oder die Dienstleistung, die er verkauft. Der Mensch ist nicht Mittel zum Zweck, er ist der Zweck – ohne ihn läuft es nicht. Fühlt er sich nicht wohl, hat das Auswirkungen auf all die anderen genannten Faktoren.

„Aber was ist, wenn ich das „Im-Zentrum-Stehen“ gar nicht so angenehm finde? Ist dann New Work nichts für mich?"
Klare Antwort: „Doch.“

Es geht ja nicht darum, beobachtet zu werden, die volle Aufmerksamkeit zu bekommen und direkt alle Antworten rauszuposaunen. Es geht darum, dass sich alle gehört fühlen und es auch so ist. Für alle Mitarbeitenden soll eine Arbeitsumgebung und -kultur geschaffen werden, in der sie sich so öffnen und entfalten können, wie sie möchten. Dann entdecken wir die wahren Kompetenzen und können diese gezielt fördern.


New Work muss nicht performt werden. Es soll allen die Möglichkeit geben, ihre Bedürfnisse zu erkennen und auf diese zu hören. So finden sie heraus, wann, wie und wo sie am besten arbeiten können und wollen.


Und ganz wichtig: New Work passiert nicht von jetzt auf gleich. Es ist ein Prozess, ein Weg, der gemeinsam gegangen wird mit Abzweigungen und nicht nur einer Route.

Wo geht es denn mit New Work los?


Bei dir selbst. Es geht also darum zu klären, was die eigenen Bedürfnisse sind. Selbstreflexion liegt New Work zugrunde. Sie sollte unterstützt werden und macht es definitiv leichter, die Fragen vom Anfang zu beantworten. Coachings und Methoden können hier sehr hilfreich sein. (Wenn ihr dazu mehr wissen wollt, dann könnte ihr gerne meinem Blogbeitrag dazu lesen ;)


Für Unternehmen gilt es Zeit in die Mitarbeitenden zu investieren und im Miteinander Vertrauen aufzubauen. So wird eine Umgebung geschaffen, in der sich Mitarbeitenden mitteilen – eine Arbeitsatmosphäre voll Respekt, Toleranz und Wertschätzung ist das Ziel. Denn New Work kann nur funktionieren, wenn alle an einem Strang ziehen.


Fakt ist: Wer sich wohl fühlt, arbeitet besser!


Was gilt es also bei der Zentrierung auf die Menschen in den Arbeitsprozessen zu beachten?


Hier gibt es zahlreiche Aspekte, die sich meiner Ansicht in fünf großen Begriffen zusammenfassen lassen:

  • Individualität: Bedingungen, Voraussetzungen, Umstände des/der Einzelnen muss berücksichtigt werden. Besondere Kompetenzen sollten entdeckt und gefördert werden

  • Flexibilität: Menschen sollten dort arbeiten können, wo es für sie am sinnvollsten ist. Sie sollten so arbeiten können, dass es sich für sie gut anfühlt. Und sie sollten dann arbeiten, wenn sie am effektivsten sind.

  • Ausstattung: Ein idealer Arbeitsplatz sollte so eingerichtet sei, dass er die besten Arbeitsbedingungen liefert – technisch, logistisch, gesundheitlich und auch organisatorisch. (Software, Hardware, Strukturen)

  • Better together: Zusammenarbeit gilt es zu fördern, dafür gibt es viele Möglichkeiten.

  • Achtsamkeit: Erholung, Pausen und ein rücksichtsvoller Umgang miteinander ist unabdingbar. Präventiv gilt es Erkrankungen – physisch wie psychisch – entgegenzuwirken.

Kurzer Exkurs zum Schluss – Working out loud (WOL)

Eine mögliche Methode, um Zusammenarbeit zu stärken


Punkt vier ist ein besonders wichtiger Aspekt, der vielfältig angegangen werden kann. Als Beispiel stelle ich euch hier WOL vor:

Bereits 2010 hat Bryce Williams in seinem Blogartikel die einprägende Formel dafür festgehalten:

WOL = observable Work + narrating your work.

John Stepper hat diese genommen und daraus eine Methode für eine kooperative Zusammenarbeit entwickelt. Sie fußt auf 5 Prinzipien, die als Grundlage den Willen, Wissen zu teilen haben:

  1. Beziehungen

  2. Großzügigkeit

  3. Arbeit sichtbar machen

  4. Zielgerichtet arbeiten

  5. „Growth Mindset“

Bei der konkreten Umsetzung der Methode werden in Unternehmen dann für 12 Wochen WOL-Circle gebildet (3-5 Personen), die sich jede Woche für eine Stunde treffen. Alle Teilnehmer:innen bringen ein Ziel mit, an dem sie in diesen Wissensgruppen konkret arbeiten und dabei das Wissen der anderen als Stütze sehen.


Working out loud steht für großzügigen Wissensaustausch anstatt egoistischer Wissenshortung. Es geht dabei um gegenseitige Wertschätzung und die gemeinsame Arbeit sichtbar zu machen. WOL regt dazu an, über den Tellerrand zu schauen und darin eine Win-Win-Situation zu sehen.