Flexibles Arbeiten: (m)ein Intro

Aktualisiert: 15. März

Ich sitze am Küchentisch und schreibe, während meine vierjährige Tochter einen Video-Call mit Opa im Wohnzimmer hat: “Conny traut sich nicht vom Dreier zu springen …”, ruft es von nebenan.

Flexibles Arbeiten macht viel möglich, aber erwartet auch viel: zum Beispiel ein hohes Maß an Selbstorganisation und eigenverantwortlichem Arbeiten.

Die Pandemie treibt den Wandel voran, ist ein Motor, um feste Arbeitszeiten und örtliche Gebundenheit aufzulösen. Es sollen Arbeitsbedingungen geschaffen werden, unter denen jede und jeder Einzelne effizient und produktiv die bestmöglichen Ergebnisse erzielen kann. Die zunehmende Digitalisierung liefert dafür die passenden Werkzeuge und macht es leichter, viele Prozesse ortsunabhängig umzusetzen. Viele von uns haben sich in Rekordzeit an Remote Work gewöhnt – auch wenn wir sie vielleicht gar nicht so sehr oder zumindest nicht alle gleich mögen.


Was ist also flexibles Arbeiten? Was sind die Vor- und Nachteile?


Eine festgeschriebene Definition gibt es nicht, aber es geht darum, Arbeitszeit und -ort nicht vorzugeben, sondern auf die individuellen Bedürfnisse der Arbeitnehmenden anzupassen. Flexibles Arbeiten braucht also Einander-Zuhören und Vertrauen auf beiden Seiten – und das passende Equipment. Weg von der 40-Stunden-Woche und dem 9-to-5-Job, hin zur Kommunikation auf Augenhöhe und der Offenheit für Gleitzeit, Teilzeit, Jobsharing, Homeoffice, Workation, mobiles Arbeiten, Coworking und was noch so alles geht, wenn es passt.


Klingt wunderbar – und ist es in vielerlei Hinsicht auch. Klar ist: wenn ich meine Arbeitszeit nach der eigenen Leistungskurve ausrichten kann, schaffe ich mehr. Ob Morgenmuffel oder Nachteule, einfach arbeiten, wann es am besten geht. Dazu werden Fahrtzeiten vermieden und sogar die Umwelt geschont, wenn ortsunabhängiges Arbeiten möglich ist. Beruf und Familie lassen sich besser vereinen und die Work-Life-Balance stabilisiert sich. Laut Studien steigern diese neu gewonnenen Freiheiten die Zufriedenheit auf Arbeitnehmerseite, was für weniger Fehlzeiten und geringere Fluktuation sorgt. Für Unternehmen ist darüber hinaus von Vorteil, dass Räumlichkeiten gespart werden, wenn weniger Mitarbeitende ins Büro kommen.

Bei den Nachteilen stehen die Grenzen der Erreichbarkeit und Selbstorganisation ganz oben auf der Liste. Wo hört die Arbeit auf, wenn ich flexible Arbeitszeiten habe? Bin ich immer erreichbar? Wie schaffe ich meine Ziele, wenn es keine vorgegebenen Strukturen gibt? Auch die Bindung zum Unternehmen und die Teamzugehörigkeit können unter Remote Work leiden. Die Gefahr von Isolation und Vereinsamung ist gerade in Zeit der Pandemie in den Vordergrund gerückt.


Worauf sollten wir also beim flexiblen Arbeiten unbedingt achten? Fünf wichtige Punkte:

  1. Klare Absprachen: Auch für flexible Modelle gibt es Regeln. Feste Termine und Updates sorgen für Teamerlebnisse und machen Ergebnisse messbar. Alles sollte klar kommuniziert und in einer Vereinbarung festgehalten werden. Absolute Transparenz verhindert hier Unstimmigkeiten.

  2. Die Wahl lassen: Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice sollten zur Wahl gestellt werden und nicht verpflichtend eingeführt werden.

  3. Führungsstil 2.0: Gerade wenn der persönliche Kontakt reduziert stattfindet sind Feedback, Lob und Kritik besonders wichtig.

  4. Grenzen setzen: Feierabend und Ruhezeiten müssen respektiert werden. Flexibel arbeiten heißt nicht, immer und überall erreichbar zu sein.

  5. Teambuilding fördern: Onboarding, Team-Events, regelmäßige Meetings (online oder live) – all das fördert ein Miteinander und eine gute Zusammenarbeit.


Flexible Arbeitsmodelle sind nicht mehr wegzudenken und werden auch in Zukunft für die Wahl des Arbeitsplatzes von großer Bedeutung sein. Es ist toll, dass sich viele Unternehmen hier für neue Wege öffnen und auf die Wünsche ihrer Mitarbeitenden eingehen.

Ich persönlich stelle mir immer wieder die Frage, wie ich am besten arbeiten kann und spreche darüber offen mit meiner Vorgesetzten. Wir bei GOLFBLOCKS versuchen, für alle die beste Lösung zu finden: ob Freelance, Vollzeit, Teilzeit, im Homeoffice, im Kreativraum, im Coworking-Space oder von unterwegs. Ich bin dankbar dafür, die Wahl zu haben, flexibel von zu Hause arbeiten zu können, wenn die Kita unter Wasser steht und freue mich immer wieder sehr auf den Austausch mit meinem Team im Office. Durch die Mischung lerne ich, wie viel Flexibilität mir gut tut.


… und ich jetzt muss ich unbedingt noch wissen, ob Conny vom Dreier gesprungen ist!