Stärken erkennen – Mit Selbstreflexion New Work starten

New Work ist gerade eines der Buzzwords für Unternehmen und alle, die über neue Arbeitsmodelle sprechen. Auf vielen Plattformen werden dieses Thema und seine zahlreichen Seitenäste ausführlichst beleuchtet. Auch bei uns spielt es eine große Rolle, da wir nach dem New-Work-Prinzip arbeiten und unser Miteinander gestalten.



Wie und wo fange ich mit New Work an.


Wir als Start-up haben von Anfang an viele Gedanken von New Work automatisch integriert. Denn wir alle haben unsere Erfahrungen aus vorherigen Anstellungen mitgebracht und wussten, was uns wichtig war. Dazu gehörte vor allem eine offene Kommunikation und Vertrauen auf beiden Seiten. New Work war für uns gleich auch eine persönliche Angelegenheit und deswegen ist es in Unternehmen auch nicht mit dem einfachen Beschluss –"Wir machen jetzt New Work" – getan.

Der Startpunkt liegt zum Großteil in uns selbst. Klar muss ein Unternehmen offen sein, sich zu verändern und Mitarbeiter:innen Gehör zu schenken. Aber genau deswegen muss ich mir als Arbeitnehmer:in bewusst werden, was ich wirklich will, was ich brauche und was ich richtig gut kann. Erst wenn ich diese Fragen für mich beantworten kann, macht es Sinn, nach den passenden Unternehmen zu suchen. Ich weiß dann, was es braucht, um meine Stärken voll einzubringen.


New Work startet also zum großen Teil mit Selbstreflexion.


„New Work ist eine andere Art, Arbeit zu organisieren. Die Absicht ist, Arbeit so zu organisieren, dass sie nichts ­Gezwungenes ist, sondern man Arbeit tut, die man wirklich, wirklich will.“ Friedhof Bergmann.


Wie finde ich heraus, was ich wirklich will – denn die Tatsache ist, viele wissen es nicht oder nicht genau. Auch für mich ist diese Frage nicht leicht zu beantworten.

Zum Glück gibt es da zahlreiche Methoden, die helfen können. Hier gilt es sich einen Überblick zu verschaffen und dann die Passende für sich zu nutzen. Von Fragebögen und Tabellen über Tagebuch schreiben bis zur grafischen Aufarbeitung.

Alle Techniken unterstützen dabei die eigenen Ziele, Wünsche, Stärken und Bedingungen zu finden und festzuhalten – wenn sie mit Zeit und Geduld angewendet werden.


Ein für mich sinnvolles Instrument ist die Kraftfeldanalyse. Hier gehts darum äußere Motivatoren, also Antreiber und Blocker zu ermitteln. Was hilft mir dabei, meine Ziele zu erreichen und was hält mich auf oder hindert mich sogar daran? Diese äußeren Faktoren beeinflussen auch die inneren, denn was in unserem Umfeld passiert, spiegelt sich in unserem Verhalten wieder. Erkenne ich die äußeren Faktoren, folgt die Erkenntnis für die inneren Blocker und Antreiber meist direkt.


Was will ich wirklich, wirklich nicht


Eine zweite Methode, die ich empfehle, ist die Umkehrtechnik.

Denn negative Dinge lassen sich oft einfacher finden und formulieren. Und werden auch meistens schneller konkret. Dabei entsteht dann auch gleich ein Bild im Kopf, was New Work für einen persönlich auf keinen Fall ausmacht. Wenn ich weiß, was ich nicht will – wird klarer, was ich will. Ein Beispiel:


Ich will auf keinen Fall einen 9-to-5-Job. Daraus schließe ich: Ich will ein Höchstmaß an zeitlicher Flexibilität, wann ich arbeite. Ist diese Bedingungen nicht erfüllt, muss ich zu Zeiten arbeiten, in denen ich nicht meine stärksten Leistungen bringen kann. Das wiederum bedeutet für mich weniger Zufriedenheit mit der Qualität meiner Arbeit und los geht die Abwärtsspirale. Doch die lässt sich ziemlich leicht aufhalten. Bekomme ich die Möglichkeit, in meinen starken Stunden zu arbeiten: Diese ändern sich von Tag zu Tag. Oft liegen sie zwischen 7 und 9 und 11 und 13 und manchmal auch ab 22 Uhr. Dann liefere ich bessere Ergebnisse, bin zufriedener, ausgeglichener und schaffe mehr. Und das spiegelt sich dann auch auf der Arbeitgeberseite wider.


Dies ist nur ein Faktor. Das heißt, es geht darum, meine komplette Bedürfnisliste so durchzuspielen. Dann finde ich heraus, was mir wichtig ist und worauf ich nicht verzichten kann. Und mir wird bewusst, warum das so ist.


Wenn ich mit dieser Selbstreflexion bei mir starte, habe ich für meinen Weg zu New Work schon viel gewonnen und kann diese Erfahrung auch in das Unternehmen miteinbringen. Denn bei New Work kommen viele Komponenten zusammen. Dieses Zusammenspiel sorgt dafür, dass wir hoffentlich irgendwann den Punkt erreichen, die Arbeit zu machen, die wir wirklich wollen, die wir wirklich gut können und dies auf eine Art und Weise, die sich für uns richtig anfühlt.